02. Nov 2011
Live Übertragungen dank Ü-Wagen
Der klassische Reporter, der mit Zettel und Stift zum Ort des Geschehens fährt, Notizen macht und diese dann später zu einer Meldung umformuliert ist zwar nicht verschwunden, allerdings erscheint je nach Situation eine Live-Übertragung sinnvoller, um den Hörer beziehungsweise Zuschauer direkt mit einzubeziehen. Je bedeutender das Geschehen, umso mehr Technik ist vonnöten.
Die kleinste Art eines Übertragungswagens, die gleichsam auch über die geringste Menge an technischen Material verfügt, nennt sich SNG-Wagen. Die Abkürzung steht für „Satellite News Gathering“ und beschreibt eine Art der elektronischen Berichterstattung. Seit den Achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts ermöglicht die Video-Technik das direkte Aufnehmen, Schneiden und Weiterverarbeiten vor Ort. Zuvor musste man das auf Film aufgenommene Material erst noch zeitaufwändig entwickeln und vervielfältigen. Heute können Vor-Ort-Berichte direkt über einen Satelliten zum Funkhaus gesendet werden.
Die Größe der eingesetzten Fahrzeuge kann von Kleinstwagen bis hin zu dreißig Tonnen schweren LKWs reichen. Neben dem „herkömmlichen“ Übertragungswagen sind manchmal auch sogenannte Rüstwagen vor Ort. In ihnen befindet sich das für die Übertragung notwendige Equipment, wie große Kabeltrommeln und -brücken, Kameras, Stative und Tontechnikzubehör.
Dabei sind die wichtigsten Zubehörteile meist in mehrfacher Ausführung vorhanden. Insbesondere bei Berichterstattungen, die in großer räumlicher Distanz vom Funkhaus stattfinden, könnte ein Defekt die gesamte Übertragung gefährden. Die gesamte Bandbreite an Material und auch an Steckplätzen für Kabel wird also in einem Übertragungswagen so gut wie nie genutzt.

